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Am Heiligabend war der Christbaum fertig geschmückt und die Familie zur Kirche gegangen. Plötzlich fingen die Spielsachen, Strohsterne und Kerzen miteinander an zu flüstern und schmiedeten einen Plan. Sie wollten allen einen Schrecken einjagen und sich verstecken.

Anführer des Ganzen war der Kleinste unter ihnen, der Nikolaus.

Er bestand darauf, so genannt zu werden. Dabei war er nur eine kleine Erdnuss mit rotem Filzhütchen, weißer Watte als Bart und das Gesicht mit Filzstift bemalt. Der Nussknacker, der genau über ihm hing, belächelte ihn deswegen und drohte immer, großen Appetit auf Erdnuss zu haben. Er selbst war aus Holz geschnitzt, rot und grün bemalt und behauptete, einen Echthaarbart zu haben.

Die Bienenwachsengel kicherten und wollten ihn immer am Bart kraulen.

Ganz erhaben dagegen war der Engel mit smaragdfarbenem Gewand. Er verstand es zart auf seiner Geige zu spielen und dazu im Takt mit den goldenen Flügeln zu flattern. Das weiße – mit königsblauen Zügeln – geschmückte Schaukelpferd bot ihm öfter an, auf ihn zu reiten. Er lehnte aber immer ab, schließlich hatte er als Engel Flügel und brauchte so etwas nicht.

Wo es keinerlei Streit und Eifersüchteleien gab, war beim Christkind. Jeder nannte es so, weil die Kinder es auch so nannten. Es hing immer ganz oben auf der Christbaumspitze und war fein gearbeitet aus Spanholz. Es lag im weißen Hemdchen auf einem Halbmond gebettet. Die Christbaumkerzen pusteten ihm öfter Wärme zu, denn es hatte immer kalte Füßchen.

Der Grund, warum der Nikolaus den Vorschlag gemacht hatte, sich zu verstecken, war kein anderer als der: Er war mächtig verliebt ins Christkind. Einmal, weil es so klein war wie er und das liebste war, was ihm jemals begegnet war. Er wollte es beeindrucken. Die Strohsterne wisperten schon deswegen untereinander.

Die Botschaft von der Flucht klingelten die Glöckchen weiter. Der Nussknacker, der als einziger zählen konnte, zählte bis 10 und gab das Kommando zum Abmarsch.

Dann fing ein Knistern und Rascheln an. Etliche Nadeln mussten ihr Leben lassen. Die Strohsterne dienten als Leiter und das Schaukelpferd kam sehr oft und prustend zum Einsatz.

Schließlich waren alle im großen Nikolausstrumpf gelandet. Dieser hing an einem Nagel an der Wand und war schon leer gefuttert. Alle freuten sich schon auf die Rückkehr der Familie. Wie sie wohl staunen würden, den leeren Baum vorzufinden!

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